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11.02.2018 12:34 Alter: 191 Tage

"Die Deutschen sind kalt, pünktlich und trinken Sprudelwasser"


Begrüßung durch Carsten

Arbeit in Kleingruppen (I)

Arbeit in Kleingruppen (II)

Schnee in Murrhardt

Auch der Pressefotograf ist mal auf einem Foto drauf

Sketche (I): Fahren im Bus

Sketche (II): Es gibt viel Gemüse

Sketche (III): In der S-Bahn

Kerzenspiel

Gruppenfoto

Zur Halbzeit ihres Schwaben-Abenteuers kamen 19 Gastschüler aus den Komitees Hohenstaufen, Ludwigsburg, Stuttgart, Ulm und Tübingen am dritten Januarwochenende in die Jugendherberge nach Murrhardt angereist.

Groß war die Freude über das Wiedersehen. Denn die meisten kannten sich schon vom Late-Orientation-Camp im Oktober 2017. Seitdem kamen einige neue Gastschüler hinzu, wie Wildan aus Indonesien, Jungkun aus China, Damian aus Mexiko oder Jorge aus Peru. Mit von der Partie war wieder das eingespielte Betreuer-Team aus dem Komitee Hohenstaufen: Sophia, Steffi, Sara, Leon, Volker, Carsten sowie Norbert als Campleiter.

Im Halbzeit-Camp sollen die Schüler sowohl zurückschauen als auch den Blick in die Zukunft richten: "Was habe ich vom Deutschland-Aufenthalt erwartet, was habe ich bisher erreicht? Was will ich noch schaffen und wie? Wie habe ich die Deutschen, meine Gastfamilie, meine Schulfreunde erlebt? Was fiel mir besonders auf?"

Wenn unsere Gastschüler - woher auch immer - in Sketchen zeigen wollen, wie sie uns eingeborene Deutsche kennen gelernt haben, dann ist das wie ein Spiegel, der nicht nur zum Schmunzeln anregt, sondern auch zum Nachdenken herausfordert.

Unsere Lateinamerikaner zum Beispiel haben alle die Erfahrung machen müssen, wie gnadenlos Unpünktlichkeit in Deutschland bestraft wird: da ist der Schulbus schon weg, der Film im Kino hat begonnen oder von der S-Bahn sieht man nur noch die Rücklichter - ach nee, dummes Beispiel, passt irgendwie nicht nur S-Bahn in Stuttgart. Jedenfalls demonstrierten Maria aus Venezuela und Diego aus Brasilien in einem Sketsch, dass die 3-Uhr-Verabredung am Nachmittag in Deutschland um 15 Uhr, in Lateinamerika so irgendwann - keine Ahnung wann - nach 17 Uhr stattfindet. "In Mexiko oder Argentinien würde das niemanden stören, es ist quasi schon einkalkuliert", meinte Diego.

"Bei uns in Norwegen", reklamierte Sunniva, "zeigen wir schon bei der Begrüßung unsere Freude. Wenn sich aber die Deutschen begrüßen, geben sie sich die Hand, vielleicht umarmen sie sich noch, aber so distanziert! Sieht doch fast so aus, als wollten sie sich nicht mit einem Virus anstecken!"

Recht erfreulich waren die Fortschritte der meisten Gastschüler in der deutschen Sprache! Gar manche(r) hat sich sogar zum Zielt gesetzt, in den nächsten sechs Monaten nicht nur Deutsch, sondern auch Schwäbisch zu beherrschen! Ganz ehrlich, das scheint mir nahezu unmöglich, und ich lebe schon seit 17 Jahren unter den Schwaben ...

Das intensive Arbeiten in Kleingruppen und im Plenum hat Betreuern und Gastschülern großen Spaß gemacht - nur unterbrochen von gelegentlichen Pausen mit Schneeballschlachten (SUUUPER!), von Interviews mit der Journalistin der örtlichen Tageszeitung (siehe nebenstehenden Bericht aus der Murrhardter Zeitung unter www.afs-hohenstaufen.de/Presse.5978.0.html) und von den Mahlzeiten.

Am Sonntag gab es zeitgleich ein gut besuchtes Treffen der Gasteltern, das von Steffi und Carsten betreut wurde. Die Gasteltern tauschten ihre Erfahrungen aus oder klärten Fragen ab, wie zum Beispiel die Reiseregeln.

Vielen Dank an das AFS-Betreuerteam und das Team der Jugendherberge Murrhardt.